Machen Sie mit: Einen Zwanziger gegen Zwanziger!
Das hier hat nichts mit Pferden zu tun, dafür sehr viel mit Machtstrukturen im Sport und dem, was diese Machtstrukturen stört: Der Presse- und Meinungsfreiheit. Es geht um den DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und den Schaden, den er gerade für diese Gesellschaft anrichtet – wenn Sie nicht helfen, ihn daran zu hindern.
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[Update 28.3.2009: Jens Weinreich und der DFB haben sich vergleichsweise geeinigt.]
Der Deutsche Fußballbund (DFB) und sein Präsident Theo Zwanziger bemühen sich schon seit langer Zeit, den freien Sportjournalisten Jens Weinrich zu diskreditieren. Sie tun dies, nachdem mehrere Gerichte festgestellt haben, dass Weinreich den DFB-Präsidenten unter bestimmten Umständen zu Recht als "unglaublichen Demagogen" bezeichnen darf. Weinreich hatte dies im Juli 2008 in einem Kommentar im Weblog "Direkter Freistoß" getan, im Zusammenhang mit einem Auftritt des DFB-Präsidenten beim Kongress des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).
Seit diesem Kommentar bemühen sich Theo Zwanziger und der Deutsche Fußballbund aggressiv darum, Weinrich ihn juristisch zu bedrängen. Die komplette, in höchstem Maße beschämende Geschichte finden Sie in hunderten von Beiträgen im Internet, am übersichtlichsten aber zusammengestellt im Weblog von Jens Weinreich. Das Vorgehen von Theo Zwanziger wird – nicht nur in der deutschen Presse – mit fassungslosem Kopfschütteln und deutlichen Worten kommentiert, aber offensichtlich haben sich Zwanziger und der ihm ergebene Deutsche Fußballbund beschlossen, die Farce in jedem Fall zu einem für Weinreich schädlichen Ende zu bringen.
Es gibt mindestens einen wichtigen Grund, warum ihnen das besser nicht gelingen sollte: Der Schaden würde nicht nur für Weinreich, sondern für jeden von uns groß sein. Denn wenn es Menschen wie Zwanziger unter Ausnutzung der ihnen durch ein Amt zur Verfügung stehenden Möglichkeiten gelingen würde, Urteile der Gerichte dadurch auszuhebeln, dass sie einfach den längeren finanziellen Atem haben – dann wird Meinungs- und Pressefreiheit plötzlich eine Frage des Geldbeutels.
Natürlich hängt diese Frage nicht wirklich am Fall "Zwanziger ./. Weinreich". Aber sie hängt in der Tat am dahinter stehenden Prinzip und so gesehen ist es wieder ein Verdienst des DFB-Präsidenten, dass er diesem Prinzip durch seine offensichtliche Rachsucht ein besonders plakatives Gesicht gegeben hat: Andere Demagogen gehen weniger offensichtlich vor.
Menschen wie Jens Weinreich müssen für Funktionäre wie Theo Zwanziger unglaublich unerträglich sein. Das ist ihre Berufung und ihr Schicksal zugleich. In Weinreichs Fall hat das vor allem finanzielle Konsequenzen: Denn obwohl die beteiligten Gerichte bislang immer zugunsten des freien Sportjournalisten entschieden haben, sind ihm bereits Kosten in fünfstelliger Höhe entstanden, die er selbst tragen muß – während Zwanziger als DFB-Präsidenten in dieser Frage offensichtlich sorgenfrei ist.
Jens Weinreich braucht deshalb Hilfe. Und denken Sie bitte nicht, das ginge Sie nichts an. Stellen Sie sich einfach vor, Sie wollten irgendwann Ihr verfassungsmäßiges Recht auf freie Meinungsäußerung in Anspruch nehmen und eine Institution wie den DFB kritisieren. Stellen Sie sich vor, einem Menschen wie Theo Zwanziger würde das nicht gefallen.
Und stellen Sie sich zum Abschluß vielleicht noch vor, es gäbe keine Journalisten wie Jens Weinreich mehr, die Sie auf solche Zusammenhänge aufmerksam machen könnten. Dann wären Sie mit Leuten wie Theo Zwanziger alleine.
"Einen Zwanziger gegen Zwanziger":
Wir sagen dem Journalisten Jens Weinreich "Danke" und unterstützen ihn durch eine Spende auf das eigens eingerichtete Spendenkonto:
- Kontoname: Spenden DFB ./. Weinreich
- Kontonummer: 1005801897
- BLZ: 12030000
- Deutsche Kreditbank AG
- BIC/SWIFT BYLADEM1001
- IBAN DE71120300001005801897
Über die Autorin/den Autor dieses Beitrages:Nils Michael Becker ist Gründer des Projekts "Pferderegion" und Herausgeber der Zeitung. Der Journalist und Rechtsanwalt war vor seiner Beschäftigung mit Pferden als Projektleiter für Unternehmen wie die Deutsche Post AG, die Energie Baden-Württemberg, Yello Strom und diverse Medienhäuser tätig. http://www.nilsbecker.de
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Hallo Herr Becker,
da staune ich jetzt ein wenig, dass Sie als Anwalt in einem wichtigen Spendenaufruf recht wichtige Dinge weglassen. Dinge, die selbst Jens Weinreich schreibt. Zum einen, dass er zwei der drei Prozesse selbst angestrengt hat, weil er notwendig fand. Zum anderen, dass die Kosten fuer Jens Weinreich nur deshalb entstanden sind, weil er mit seiner Anwaltskanzlei eine von den gesetzlichen Gebuehren abweichende Honorarvereinbarung abgeschlossen hat. Es ist sicher eine gute Kanzlei, aber auch eine, bei der jure zufolge die Einstiegsgehaelter fuer Jung-Anwaelte bei 70.000 Euro oder hoeher liegen und die Partner vermutlich ein Vielfaches davon verdienen. Wer spendet, fuettert nicht nur dieses System, sondern macht es auch fuer den naechsten “Meinungsfreien” schwierig, sein Recht per Anwalt auf Grundlage der gesetzlichen Gebuehren durchzusetzen.
Hallo Herr Ich-kommentiere-lieber-Anonym,
ich gebe Ihnen zwar grundsätzlich recht, dass hohe Anwaltsgebühren es für den Einzelnen schwieriger (bis unmöglich) machen, eigenes Recht wirkungsvoll zu vertreten. Aber andererseits mag ich Weinreichs Entscheidung, sich genau diese Anwälte zu suchen, nicht kritisieren. Ich kenne die nicht, Weinreich wird seine Gründe gehabt haben. Und klar, auch unsere finanzielle Unterstützung geht dann an “die”, und nicht an (möglicherweise) günstigere Kollegen.
Aber darum geht es dennoch nicht. Hier steht ein System DFB gegen einen Einzelnen. Und das Gefälle zwischen diesen beiden Niveaus ist meiner Ansicht nach derart heftig, dass Weinreich jeden Stollen gebrauchen kann, der ihn an dieser schrägen Ebene festhält.
Und: Sich mit Klagen verteidigen, ist immer noch: sich verteidigen.
Hallo Herr Becker,
den Standpunkt verstehe ich. Habe ja auch nur gefragt, warum Sie dem Leser die beiden Informationen vorenthalten haben, waehrend Sie um eine Spende gebeten haben. Auch wenns anonym ist — moegen Sie antworten?
@gast:
Warum stellen Sie Ihre (durchaus nicht unberechtigten) Fragen an Herrn Becker hier anonym?
Zumindest diese Frage habe ich mir selbst recht schnell beantworten können:
Ich gehe davon aus, dass auch der DFB diesen Rechtsstreit nicht mit irgendeinem kostengünstigsten Rechtsbeistand austrägt, sondern höchstwahrscheinlich mit (einem oder mehreren) erfahrenen und hochdotierten Spitzenjuristen. Darum finde ich es nur logisch, dass Jens Weinrich sich einen Verteidiger gesucht hat, dem er zutraut, dagegen anzutreten.
Im übrigen bin ich nicht der Ansicht, dass Herr Becker hier irgendwelche informationen unterschlagen hätte, denn er hat auf alle relevanten Beiträge zum Spendenaufruf verlinkt – auch auf den von Jens Weinreich, der die von Ihnen geforderten Infos enthält.
Ich wüsste übrigens gerne, wem ich mit diesem Kommentar geantwortet habe, denn das würde mir Rückschlüsse auf ihre Interessenlage in dieser Sache erlauben. Dass Sie lieber anonym bleiben, vom Blog-Autor aber lückenlose Aufklärung fordern, macht auf mich jedenfalls keinen guten ersten Eindruck.
Eigentlich hat meine Vorrednerin ja alles gesagt. Genau so ist, vielen Dank.
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